Mammatumor – Brustleistentumor

Mammatumore sind gut- und bösartige Tumore der Brustdrüse des Gesäuges beim Hund, die gleichzeitig auftreten können. Bei Hündinnen treten diese am häufigsten auf.

Als ein Tumor wird in der Pathologie heute bezeichnet, wenn eine tatsächlich ungesteuerte Gewebeneubildung aus atypischen Zellen besteht. Nicht zu verwechseln mit z.B. Lipomen eine Fettablagerung im Gewebe oder eine gutartige Fettgeschwulst.

Im Gegensatz zum Menschen treten beim Hund sehr viele verschiedene Typen von Mammatumoren auf. Mammatumore können bei nicht kastrierten Hündinnen – mit einer Anzahl der Neuerkrankungen von mindestens 258 Erkrankungen pro 100.000 – und treten kaum vor dem vierten Lebensjahr auf. Die am häufigsten betroffenen Hündinnen sind älter als sieben Jahre, wobei die meisten Fälle im Alter zwischen 10 und 14 Jahren vorkommen. Hierbei ist zwischen großen und kleinen Hunderassen – wegen der höheren Lebenserwartung – zu unterscheiden, wie auch eine rassebedingten Disposition zu berücksichtigen ist.

In der Bewertung mehrer Studien, daß z.B. bei Boxern vermehrt Mammatumore auftreten, ist zu bedenken und unklar, in wie weit eine Veranlagung nur für den Mammatumor oder generell für Tumore vorliegt. Auch ist bei weiteren Studien die bei bestimmten Rassen, wie Schäferhund, Pudel und Cockerspaniel  häufiger Mammatumore festgestellt wurden, zu bedenken, daß auch hier in verschiedenen Studien unterschiedliche Angaben zur Rassedisposition publiziert wurden.

Inwieweit die Fortpflanzungshormone (Östrogen und Progesteron) für die Tumorentstehung verantwortlich sind, ist laut Uni Giessen umstritten. Dies hat dazu geführt, daß bei den meisten Tierärzten die Kastration als protektive Maßnahme empfohlen und durchgeführt wird. Hierbei sollte jedoch bedacht werden, daß keinesfalls bei jeder Hündin ein Mammatumor entsteht. So ist nach derzeitigen wissenschftlichen Veröffentlichungen davon auszugehen, daß nicht nur Geschlechtshormone für eine Tumorbildung als Ursache zu sehen sind.

So würde eine empfohlene Kastration vor der ersten Läufigkeit das relative Risiko, daß eine Hündin einen  Mammatumor entwickelt, im Vergleich zur unkastrierten Hündin, bei 0,5 % liegen. Bei einer unkastrierten Hündin von 0,2 – 1,86 %, würde die Kastration vor der ersten Läufigkeit das tatsächliche Risiko auf 0,001 – 0,0093 % vermindern.

Wenn eine Kastration zwischen der ersten und zweiten Läufigkeit durchgeführt würde, liege das tatsächliche Risiko bei 0,016 – 0,1488 %. Zwischen der zweiten und dritten Läufigkeit bei 0,052 – 0,4836 %. Nach der dritten Läufigkeit könne kein protektiver Effekt mehr errechnet werden.

Des Weiteren sollte bedacht werden, daß eine Prävention gegen Mammatumore durch die Kastration auch mögliche Folgen wie Harninkontinenz, Verhaltensänderungen, nicht vollausgebildete äußere Geschlechtsorgane, irreversible Veränderung des Fells, Hypothyreose, Veränderung des Fettstoffwechsels, Osteoporose usw. entstehen können. Deshalb sollte sich kein Hundebesitzer zu einer Kastration zur Prävention überreden lassen. Auch ist das wiederholte Auftreten einer Scheinschwangerschaft oder die Geburt von Welpen nicht als Risiko- noch als Schutzfaktor für das Entstehen von Mammatumoren anzuführen.

Hingegen hätte laut vet. med. Gynäkologie Uni Giessen die Ernährung auf die Entstehung von Mammatumoren einen  grossen Einfluß, dies sei in verschiedenen Studien nachgewiesen worden. Adipositas (Fettleibigkeit) vor dem 2. Lebensjahr sei als Risikofaktor für das Entstehen von  Mammatumoren bei der Hündin angeführt.

In diesem Zusammenhang wäre deshalb eine Tumorprävention über eine gesunde Ernährung nicht nur ohne Risiko – zur Entstehung von neuen Erkrankungen die nach der Kastration aufteten können – sondern auch wünschenswert. Auch nachdem immer mehr Hunde mittlerweile an Übergewicht leiden.

In diesem Zusammenhang muss auch das Tierschutzgesetz in Deutschland angeführt werden, das laut § 6 des Tierschutzgesetztes nach Absatz 5. bestimmt, daß „zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung oder – soweit tierärztliche Bedenken nicht entgegenstehen – zur weiteren Nutzung oder Haltung des Tieres eine Unfruchtbarmachung erlaubt“. Dies bedeutet, dass eine Indikation nur dann gegeben ist, wenn Hunde frei und unkontrolliert herumlaufen und sich unkontrolliert vermehren können oder aber eine medizinische Indikation (Erkrankung) besteht!

Die Durchführung der Kastration bei einem Hund widersprach in einem Fall vor Gericht, dem § 1 des Tierschutzgesetzes, da ohne vernünftigen Grund dem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden nicht zugefügt werden dürfen. Liegt für das Tier zusätzlich noch ein Narkose- oder Eingriffsrisiko vor, so verbietet sich ein solcher Eingriff ohnehin. Amtsgericht Alzey, Az.: 22 C 903/95 Amtsgericht Mainz, AZ: 35 C 79/94

Symptome:

Hundebesitzer sollten Ihre Hündinnen regelmässig untersuchen bzw. abtasten und einen Fachtierarzt aufsuchen um einen evtl. auftretenden Verdacht so schnell wie möglich untersuchen und abklären zu lassen.

Bösartige Tumore können über einen längeren Zeitraum kein oder kaum Wachstum zeigen, bevor sie sich plötzlich mit hoher Geschwindigkeit ausbreiten.

  • Schnelles WachstumSchmerzhaftigkeit
  • Der Tumor kann von dem benachbarten Gewebe schlecht abgegrenzt werden
  • Neben einem “Haupttumor” entwickeln sich viele kleinere Tumoren

Bei den malignen (bösartigen) Erkrankungen gibt es 14 – 20 verschiedene maligne Formen. Es können verschiedene Tumore auftreten. Das Verhältnis von bösartigen zu gutartigen Tumoren beträgt ca. 50 zu 50. Bösartige (maligne) Tumore, metastasieren (bilden Tochterschwüre) meist erst sehr spät.

Bei Tumoren der höchsten Malignitätsstufe (Bösartigkeitsstufe) ist kein normaler Gewebeaufbau mehr erkennbar. Bei diesen treten häufig Metastasen auf, wenn das Gewebe des Tumors verletzt wird, der Tumor sich öffnet und entzündet, ist die Prognose schlecht.

Mamma-Carcinome können einzeln oder mehrfach am Gesäuge auftreten. Häufiger ist der Bereich der Milchdrüsen befallen. Die Tumore können unterschiedlich gut als auch bösartig sein, so daß nur eine histologische Untersuchung Klarheit verschaffen kann , inwieweit die Tumore bös- oder gutartig sind. Das Carcinom metastasiert am häufigsten in Lymphknoten und Lunge.

Therapie:

Operative Entfernung der betroffenen Bereiche und weitere Behandlung.

Quelle: Geburtshilfe und Gynäkologie vetmed. Unit Giessen

Weitere Informationen:

Geburtshilfe und Gynäkologie vetmed. Uni Giessen
geburtshilfe@vetmed.uni-giessen.de


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