Otitis externa – Entzündung des äußeren Gehörganges

Schnitt durch das Ohr

Linkes Ohr ist ein Stehohr - Rechtes Ohr ist ein Hängeohr

Der Gehörgang des Hundes ist sehr empfindlich!
Grundsätzlich ist Ohrschmalz beim Hund wie auch beim Menschen normal und kein Grund zur Beunruhigung. Gesunde Ohren reinigen sich meist von selbst. Der Besitzer kann die Ohrmuschel äußerlich mit einem weichen, feuchten Tuch, wenn nötig, reinigen. Hierbei sollten keinesfalls Ohrstäbchen verwendet werden und mit diesen in den tiefer liegenden Gehörgang gebohrt werden. In der Regel wird hierdurch das normale Ohrschmalz in den tiefer liegenden Gehörgang geschoben, wodurch sich ein Pfropfen bilden kann, der die Selbstreinigung des Ohres zerstört und hierdurch eine Ohrentzündung verursachten wird. Außerdem kann sich durch den entstandenen Pfropfen das Hörvermögen des Hundes reduzieren.

Entzündungen (Otitis externa) des äußeren Gehörganges sind bei Hunden die häufigste Erkrankung des Ohres. Insbesondere bei Hunden mit langen Hänge-Ohren die schwer und zu wenig belüftet werden, wodurch mehr Feuchtigkeit entsteht, als bei Hunden mit Stehohren. Auch wurde eine Disposition für eine Otitis externa bei Hunden mit engem Gehörkanal oder bei Hunden mit Haaren im Gehörkanal und vermehrter Ohrschmalzproduktion festgestellt.

Symptome:

Ständig auftretender Juckreiz am Ohr. Häufig kratzen sich die Hunde an der Ohrmuschel und schütteln den Kopf. Diese Symptome können für Hund und Mensch sehr belastend werden, nachdem die meisten Hunde keine Ruhe mehr finden. Die Ohrmuschel und der Gehörgang sind gerötet, meist angeschwollen und für den Hund auch bei Berührung so schmerzhaft, dass sich dieser nicht mehr anfassen lässt, den Kopf schief hält und Gleichgewichtsprobleme auftreten können. In den Ohren befindet sich meist ein bräunlicher bis schwarzer, schmieriger, übel riechender Belag.

Entzündungen können durch Bakterien, Pilze oder Milben hervorgerufen werden.

Ohrmilben treten als Ursache für eine Gehörgangsentzündung mit nur 5-10 % seltener und meist nur im Welpenalter auf. Diese können eine allergische Reaktion und hierdurch eine Entzündung verursachen. Auch können Fremdkörper im Ohr wie Grashalme oder Grannen eine Otitis externa verursachen, wie auch

Allergien. Bei ca. 75 % der Hunde mit Allergien treten Ohrenentzündungen auf, die differentialdiagnostisch abgeklärt werden sollten.

Bakterien sind selten die Ursache für eine Otitis externa. In einem gesunden Ohr mit stabilem Milieu können Bakterien sich nicht vermehren. Erst wenn das Ohrmilieu sich negativ verändert hat, können sich Bakterien vermehren. Durch die Überwucherung mit Bakterien wird der Entzündungsprozess gefördert.

Durch diese Entzündung reagiert das Ohr zunächst mit einer vermehrten Sekretion von Ohrenschmalz, der durch bakterielle Zersetzung zu üblem Geruch führt. Im weiteren Verlauf kommt es zur Verdickung und Wucherungen der Ohrinnenhaut. Dies kann bis zum völligen Verschluss der Ohröffnung führen. Durch Eiter und Entzündung kann das Trommelfeld beschädigt werden, und nicht nur eine Mittel- und Innenohrentzündung entstehen, sondern auch eine Allgemeinerkrankung mit Fieber.

Diagnostik:

Vor einer Therapie ist es sinnvoll mit dem Otoskop den Gehörgang zu inspizieren und Material aus dem Gehörgang zur bakteriologischen Untersuchung zu entnehmen.
Bei dem Verdacht einer Allergie, wie auch einer Nahrungsmittelallergie als primäre Ursache, sollten Allergietests und auch eine Ausschlussdiät durchgeführt werden.

Therapie:

Als erstes sollte beim Tierarzt eine Reinigung des Gehörganges von Ohrenschmalz und Sekreten erfolgen, um den Krankheitserregern den Nährboden zu entziehen. Es wird mit einer antiseptischen Lösung gespült. In schweren Fällen ist dies nur in Sedierung (Gabe von Beruhigungsmitteln) oder sogar Narkose möglich. Anschließend wird mit einer Ohrensalbe behandelt, die je nach Ursache der Entzündung ein Antibiotikum, einen Wirkstoff gegen Pilze, Cortison oder ein Insektizid enthält. In schweren Fällen kann auch eine orale Antibiotika-Gabe nötig sein.

Zuhause sollte täglich die Ohrspülung und -Salbe nach Angabe des Tierarztes weiter verwendet werden. Nach Einbringen der Salbe das Ohr massieren und die Ohröffnung regelmäßig mit einem um den Finger gewickelten Tuch vorsichtig säubern. Nie Watte-Ohrstäbchen verwenden! Behandlung erst nach vollständigem Abklingen der Entzündung beenden.


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