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3 Kommentare zu “Interessante Sendung im Nachtcafe` des SWR”

  1. Karl-Heinz List

    In der Ankündigung der Sendung im Internet ist zu lesen.

    >>>Experten warnen: Die Vermenschlichung der Tiere schreitet voran. >>>

    Ich kann das zwar nicht bestätigen, aber ich bin auch keine Experte (Experte wofür?). Der einzige Talkshowgast, der dieser These zustimmt und sie auch noch erweitert hat, war der Vorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Rechtsanwalt Georg Ehrmann. Er meinte, dass Hunde durch Gesetze besser geschützt würden und mehr Rechte hätten als Kinder. Widersprochen hat diesem blühenden Unsinn in der Talkrunde niemand. Auf der Homepage kann man eine Stellungnahme des Vereins zur geplanten Verschärfung des Thüringer Hundegesetzes lesen. Zum besseren Schutz der Kinder wird ein Maulkorbzwang für gefährliche Hunde gefordert. Zu den gefährlichen Hunden zählen nach dem Gesetzentwurf nicht nur „Kampfhunde“, sondern alle Hunde, die größer als 40 cm sind und mindestens 20 kg wiegen.

    Es wurde hauptsächlich über Hunde geredet. Das war nachdem Geschmack des Hundetrainers Martin Rütter. Der Moderator Backes hat Entertainer Rütters gewähren lassen. Die Probleme mit Hunden sind die Probleme der Hundehalter, die ihr Verhalten ändern müssten. Dem kann man zustimmen. Aber über artgerechte Haltung, Leinen- und Maukorbzwang und Rasselisten redet Rütter nicht. Der Moderator hat auch nicht nachgefragt. Leider versteht Backes nichts von Hunden, weil er selbst nur eine Katze hat. Und Rütters verhält sich apolitisch, warum auch immer. Dass es zu einer reinen Unterhaltungssendung mutierte liegt auch an der Zusammensetzung der Talkgäste. Man hatte u.a. eine Frau mit „telepathischen Fähigkeiten“ eingeladen, die angeblich anhand von Fotos beurteilen kann, wie es um den Hund oder die Katze bestellt ist. Den Lackmustest mit einen Foto der Katze des Moderators hatte sie nicht bestanden.

    Informativ war lediglich der Anfang der Sendung, wo die 15-jährige Pauline vorgestellt wurde, die an einer Erbkrankheit leidet und am Rollstuhl gebunden ist. Ihre Rietriever-Hündin ist nicht nur ihre „beste Freundin“, sondern sie hilft ihr auch, ein selbständiges Leben zu führen.

    Fazit: Im Vergleich zu anderen Beiträgen des Nachcafes eine eher schwache Sendung. Zu viel Friede-Freude-Eierkuchen. Über die Gründe, warum wir auf dem Weg in eine hundefeindliche Gesellschaft sind, wurde nicht diskutiert. Thema verfehlt!

  2. Monika

    Es gab schon einmal ein “Nachtcafe´” zu einem fast identischen Thema: Thema: Das Tier – der bessere Mensch – (SWR, 06.02.2009, 23.00 Uhr)
    damals waren zwar andere Gäste eingeladen – letztendlich passt aber die Kolumne, die ich damals zu dieser Sendung geschrieben hatte auch für diese Sendung! – Nachzulesen ist das hier: http://www.windhunde-sind-jagdhunde.de/giese-20090222.pdf

  3. Monika

    Hier der Text meiner Kolumne zum Nachtcafe´vom 06.02.2009:
    Neulich im „Nachtcafe´“
    (Talkshow mit Wieland Backes – SWR, 06.02.2009, 23.00 Uhr)
    Thema: Das Tier – der bessere Mensch
    „Ob Hund oder Katz, Minischwein oder Chinchilla – der Trend geht zum Haustier. In eutschland besitzt schon jeder Zehnte einen Hund – und die Tendenz steigt. Das perlenbesetzte Regencape mit passendem Hütchen für Waldis Waldspaziergänge findet genauso Absatz wie die Dog-Dance-Gruppe, wo sich Hund und Herrchen harmonisch zur Musik bewegen. Zwischen Fressnapf und Fettnapf – wann geht Tierliebe zu weit?“ (Zitat der Programmankündigung)
    Tierliebe scheint keine Grenzen zu kennen. Wenn das Fell juckt oder die Katze Verlustängste hat, hilft die Tiertelepathin, die sich auf die Spur der Meerschweinchen-Aura macht und die
    tierischen Energiezentren erspürt. Und wenn die Ehe vor dem Richter endet, geht es oft nicht mehr nur um Haus und Hof, man erstreitet sich das tierische Sorgerecht.
    Auch bei Testamentseröffnungen steht immer häufiger Fiffy als Alleinerbe im Vertrag, die liebe Verwandtschaft wird mit dem Pflichtteil abgespeist. Doch Tiere sind nicht nur Scheidungsopfer und Projektionsfläche für Eitelkeiten: Es gibt den lebensrettenden Lawinenhund, den schnüffelnden Drogenhund, die Reittherapie oder den treuen Rauhaardackel der alten Dame als Einsamkeitströster. Herrn Backes ist es hervorragend gelungen, Vertreter aller „Fraktionen“ zu versammeln – von der jeglichen Mitgefühls abholden Spezies „Krone der Schöpfung“ bis zu der ganz „normalen“ Tierfreundin, für die Tiere eben einfach zum Leben dazu gehören. –
    Ist „Das Tier – der bessere Mensch“ und geht „Tierliebe“ oftmals zu weit?? – Beide Fragen wurden nicht beantwortet – daher habe ich mir einige Gedanken zu diesem Thema und den Beiträgen der Gäste gemacht. –
    Ob Tiere die besseren „Menschen“ sind – WAS für eine Frage!! – Fest steht auf alle Fälle, dass Menschen die für unsere Erde gefährlichste Spezies sind – da kann kein einziges Tier mithalten.
    Immerhin scheint sich ganz langsam ein Bewusstsein dafür zu entwickeln. –
    Ständig wurde (und wird!) von erster, zweiter, dritter Welt geredet, von
    „Schwellenländern“, usw. – als würden sich alle dort jeweils vorkommenden
    Ereignisse auf jeweils anderen Planeten ereignen!
    Nun plötzlich hört man ziemlich erschreckt auch von „Globalisierung“ und einer „globalen“ Erderwärmung.- es scheint eine geradezu neue und einschüchternde Erkenntnis um sich zu greifen: Wir leben ja alle auf dem gleichen „Globus“!!
    Es war und ist eben nie egal, ob “in China ein Sack Reis umfällt“ – alles beeinflusst sich gegenseitig – und zwar „global“!
    Geht nun „Tierliebe“ oftmals zu weit??
    Wahre Tierliebe (wie LIEBE überhaupt!) kann eigentlich nie zu weit gehen, wenn ich die Andersartigkeit und die Individualität eines jeden Tieres (Individuums!) respektiere und mich ehrlich bemühe, es artgerecht zu halten. Wo wir jedoch Paradebeispiele von Qualzuchten sehen, verkleidet zur Freude und Belustigung von Menschen, wo manche Hunde kaum noch den Boden berühren dürfen (weil unter dem Arm, in Taschen oder Wägelchen getragen und gefahren!), sie keine Kontakte mit Artgenossen haben können, überfettet sind und überall hin mitgeschleppt werden, überall da, wo wir solches und Ähnliches sehen, handelt es sich auf keinen Fall um übertriebene Tierliebe. – Übergewichtig und verkleidet werden sie, wie all die Anderen mit gleichen oder ähnlichen „Haltungsbedingungen“ zu einer Karikatur degradiert, ohne Rücksicht auf die Folgen für die Tiere! Und das
    Alles hat weder etwas mit übertriebener Tierliebe, noch mit Vermenschlichung zu tun!! –
    Es ist lediglich eine empörende Respektlosigkeit vor einem Lebewesen!
    Wer regt sich nun am Meisten über „übertriebene“ Tierliebe und so genannte
    „Vermenschlichung“ auf?? – Es sind vor Allem diejenigen, für die alle Tiere reine Nutztiere (im negativen Sinne!) sind. Ob in Forschungslaboren, der Pelzverarbeitung, der „Lebensmittelproduktion“.
    Da fallen dann solche Sätze wie: „Es ist absurd, wenn sich Menschen einbilden, sie würden von ihrem Hund geliebt. Das Tier liebt nur sein Fressen“.
    DIESE Menschen müssen ja eine solche Position beziehen – wie sonst sollten und könnten sie vor sich selbst und Anderen ihre Experimente und Haltungsbedingungen mit und an Tieren rechtfertigen?? – Traurig, wenn ein Mensch nie die vorbehaltlose Liebe eines Tieres erleben durfte! – Und – was das „Fressen“ anbetrifft, wäre so manches Haustier völlig unabhängig von uns – Katzen und Jagdhunde, z.B. – und die unzähligen Rudel ausgesetzter Hunde im Süden belehren uns ständig eines Besseren. Trotz dieser Erfahrungen, sich völlig selbständig durchs Leben schlagen
    zu können, schliessen sie sich nur allzu gerne wieder „liebevoll“ dem Menschen an. –
    Für den einen sind Tiere einfach untergeordnete Lebewesen, ohne Gefühle und Verstand, die einfach „verbraucht“ werden dürfen – für Andere gibt es den entscheidenden Unterschied, zwischen den geliebten „Kuschelhunden“ und den Tieren, die gegessen werden – eben allen zum Gelderwerb verarbeiteten Tieren.
    Da wird dann gerne die Bibel zitiert zur Untermauerung dieses Denkens und Tuns (o.k. – MIR fallen solche Zitate AUCH ein – jedoch zur Illustration der Arroganz und Ignoranz vieler Menschen!). –
    Es ist schon interessant, wenn solche, von Menschen vor einigen tausend
    Jahren niedergeschriebenen Sätze, auch heute noch zur Rechtfertigung von
    Unrecht herangezogen werden. Ich bin davon überzeugt, dass diese Denkungsart mit der Domestizierung und Züchtung von Tieren und Pflanzen begann – die Menschen machten zum ersten Mal die Erfahrung, Natur manipulieren und verändern zu können – und genau DAS verursachte dann diesen unseligen „Allmachtswahn“! Denken wir nur an die Argumente für die Käfighaltung von Hühnern – die sehen zwar nicht gesund und munter aus, sondern verkrüppelt und ähneln kaum noch Hühnern – aber ihre „Produkte“ – die Eier, enthalten genau die gleichen Nährstoffe, wie die Eier von freilaufenden Hühnern! Soll wohl heissen, wenn es meinem Geldbeutel und/oder meinem Magen nützt, ist ALLES erlaubt. – DIESE Menschen sind „die Krone der Schöpfung“ und „machen sich die Erde untertan“!
    Da fällt mir eine andere Diskussion ein, in der es um die Unterschiede zwischen Deutschen und Amerikanern ging. – Da wurde bemängelt, dass die Deutschen immer bei Allem erst lange nachdenken würden – für Amerikaner gilt jedoch:“ Just do it!!“ – Ja – just do it – denke nicht nach – mach es einfach – auf diese Weise haben wir Menschen unseren Planeten derart verändert, dass wir nun fürchten müssen (und sollten!), ihn auf Dauer unbewohnbar zu machen!
    Sich nun allerdings auf Schopenhauer zurückzuziehen (….seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere!), ist sicher auch nicht der richtige Weg, denn auch die Tiere sollten wir sehr gut kennen.
    Da sich die Hirne aller Säugetiere so sehr ähneln, dass ein gegenseitiges Verstehen möglich ist, sind da auch ganz ähnliche Gedanken, Ziele und Gefühle im Gange – und wer seine Hunde gut beobachtet, wird da die erstaunlichsten Erfahrungen machen.
    Dass Tiere z.B. nie lügen, würde ich nicht so einfach unterschreiben, wenn ich daran denke, wie klug, frech und gewitzt so mancher meiner Hunde immer wieder versucht hat (und noch versucht!), mich (und auch andere „Rudelmitglieder!) auszutricksen!!
    Und – noch bevor mir, oder einem anderen Menschen überhaupt bewusst wird, „wie ich drauf“ bin, haben meine Hunde das längst registriert und verhalten sich entsprechend.
    Es gibt unzählige gute Gründe, endlich anzuerkennen, dass Tiere fühlende und auch denkende Lebewesen sind – sie zu achten und ihnen ihre Würde zurück zu geben – Tierschutz und Tierrecht sind ein wichtiges Anliegen – nur – wir sollten das Alles wirklich mit „Köpfchen“ und Kenntnissen betreiben und nicht einfach behaupten, dass jegliche Tierhaltung lediglich auf der Ausbeutung der Tiere beruht und daher abgeschafft werden muss. –
    Da wird gefordert, alle jemals von Menschen domestizierten Tiere aussterben zu lassen!! – Kann DAS wirklich ein Ziel sein?? –
    Was ich in meiner Kolumne zu „Haustiere – Nutztiere“ als reichlich überspitzte These als Folge eines rein „veganen Lebens“ aller Menschen beschrieben hatte, ist die ernsthafte Forderung von „Tierrechtlern“! –
    Man sollte sich doch bitte einmal die Mühe machen und die Folgen solchen
    Handelns bis ins Detail zu Ende denken!!
    Was sich an Unsinn im Umfeld unserer geliebten Haustiere tummelt ist schon oftmals einfach nur grotesk – da sollten wir auf alle Fälle wieder den „gesunden Menschenverstand“ aktivieren und darüber nachdenken, wie die Bedürfnisse unserer Tiere wirklich aussehen! All das viele, auf diese Weise herausgeschmissene Geld, sollte lieber dafür verwendet werden, die Bedingungen für unsere „Nutztiere“ und in Not geratene Haustiere zu verbessern!!
    Monika Giese im Februar 2009