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Ein Kommentar zu “Tollhaus Gifhorn, Niedersachsen, Eldorado für Jäger”

  1. Karl-Heinz List

    Der Autor Paul Müller (Die Zukunft der Jagd und die Jäger der Zukunft, 2009), Biologe, em. Professor für Bio-Geographie und passionierter Jäger schreibt in seinem Buch, dass die richtige Jagd „eine tierschutzgerechte Form des Fleischerwerbs“ sei. „In uns schlummern die alten „Jagdgene“ unserer Vorfahren. Emotional sind wir noch Jäger.

    Wir sind heute keine Jäger und Sammler mehr. Um zu überleben, brauchen wir die Beute nicht. Doch Müller gesteht freimütig seine „Jagdpassion und tiefe Liebe zur Natur.“ Er schreibt:

    >Jagd ist auch wildes, blutvolles Vorwärtsstürmen, Tasten unserer abgestumpften Sinne an sinnenscharfem Wild, ist ständiger Kampf zwischen Leidenschaft und Vernunft, altes Primatenerbe, ist Suche, manchmal auch Sucht nach Abenteuern in den letzten Wildnissen dieser Erde.<

    Große Worte. Müller ist immerhin ehrlich. Er schreibt, dass er die Tiere liebt und gesteht freimütig seine Lust zu töten ein: „Der Tötungsakt löst einen Kick beim Jäger aus, der ihn erzittern lässt." Trotzdem behauptet, dass er ein Tierschützer sei. Ein merkwürdiger Widerspruch.

    Der Mensch (= Jäger) sei die Krone der Schöpfung. Seit Darwin wissen wir, dass das Unfug ist. Die größte Gefahr für das Fortbestehen der Jagd sei die Vernunft, meint der spanische Philosoph Orthga y Gasset.

    Wir brauchen keine Jagd und keine Jäger, das hat eindringlich die Sendung bei Oysso gezeigt. Und auch, warum sich nichts ändert. Sie haben eine einflussreiche Lobby, ganz im Gegensatz zu den Hundehaltern. Der Präsident des Jagdverbandes ist ein ehemaliger Landwirtschaftsminister, viele Jäger sitzen an den Schalthebeln der Macht: Sie sind Abgeordnete, Richter und hohe Beamte.