Scheidenentzündung der jungen Hündin (juvenile Vaginitis)

Vor der ersten Läufigkeit tritt bei jungen Hündinnen häufig eine Entzündung der Scheide auf. Sie ist meist bakteriell bedingt und heilt in leichten Fällen nach der ersten Läufigkeit ohne Therapie selbstständig aus. Eine chronische Entzündung kann der Hündin jedoch erhalten bleiben, wenn sie vor der ersten Läufigkeit kastriert wird.

Ursachen:

Die Infektion der Scheide durch bereits vorhandene Bakterien (insbesondere Staphylokokken, Streptokokken, und Coli-Bakterien) oder Bakterien von aussen wird begünstigt, da bei der Junghündin das Immunsystem noch nicht ausgereift ist und Östrogene noch fehlen. Weitere Ursachen können Stress – der sich resistenzmindernd auswirkt – sowie Fehlernährung, Vitaminmangel, schlechte hygienische Verhältnisse, Infektionskrankheiten (z.B. Staupe) oder sexueller Missbrauch durch den Menschen, sein.

Symptome:

Belecken und Benagen der Vulva, aufgrund von Ausfluss und Juckreiz. Ausfluß aus der Scheide, der grün-eitrig, gelblich, schleimig und gelegentlich sogar leicht blutig sein kann. Durch den Ausfluss können Verklebungen des Fells in der Genitalregion auftreten. Rötung und Schwellung der Schamlippen. Weitere Symptome sind ein starkes sexuell motiviertes Interesse der Rüden an diesen Hündinnen, obwohl die Hündinnen noch nicht geschlechtsreif oder sogar kastriert sind. Die Rüden verwechseln das entzündliche Sekret mit einer Läufigkeit. Es kann auch  häufigeres Wasserlassen auftreten. Selten allgemeine körperliche Beeinträchtigung.

Diagnose:

Bei der Vaginoskopie (Betrachten der inneren Scheidenwände durch den Tierarzt) ist die Scheide gerötet und mit schleimigen Belägen bedeckt. Bei dieser Untersuchung sollte auch ein bakteriologischer Abstrich entnommen werden, um die verursachenden Bakterienarten zu bestimmen.

Therapie:

Die juvenile Vaginitis heilt bei leichteren Entzündungen nach der ersten Läufigkeit meist ohne Therapie aus. Oft reicht es deshalb aus, die Genitalregion der Hündin mit warmen Wasser vorsichtig sauber zu halten und auslösende Faktoren zu meiden (s.o.). Antiobiotische Salben, die die physiologische Keimflora negativ beeinflussen und stören, sowie Antibiotika- Gaben, sollten zunächst vermieden werden, da die Entzündung trotz antibiotischer Therapie häufig wieder auftritt.

Bei stärkeren Entzündungen ist evtl. eine Spülung des Scheidenbereichs mit milden desinfizierenden Lösungen (z.B. Octenisept) durch den Tierarzt nötig. Auf Jodlösungen – sind schädlich, wenn die Hündin das Jod ableckt – und Kamillelösungen – Kamille trocknet die Haut aus – sollte verzichtet werden.

In schwereren Fällen erfolgt, nach Auswertung des bakteriologischen Abstrichs und Austestung welches Antibiotikum speziell wirksam ist, eine antibiotische Behandlung.

Wenn die Entzündung auf einen Erreger zurückzuführen ist, besteht auch die Möglichkeit der Autovakzinierung, die das Immunsystem – also die lokalen Abwehrmechanismen stärkt.

Die gezielte Therapie und Beratung des Besitzers, sollte ein Fachtierarzt für Fortpflanzung und Gynäkologie durchführen, um die Aussicht auf Heilung zu gewährleisten.


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