Staupe, Carresche Krankheit, Distemper

Die Staupe ist eine der bekanntesten und gefürchtetsten Infektionskrankheiten der Hunde. Das Staupevirus kommt in allen Ländern mit Hundehaltung vor und ist auch hierzulande noch verbreitet. Allerdings wurde in Deutschland zunächst ein Rückgang verzeichnet, jedoch werden neue Staupestämme aus Osteuropa eingeschleppt, wogegen Impfstoffe immer häufiger nicht mehr wirken. Die Symptome wurden in den letzten Jahren immer undeutlicher.

Diagnose:

Die Staupe ist durch einen Antikörpernachweis, in Bindehautabstriche und im Blut nachzuweisen.
Um so schneller der Tierarzt aufgesucht wird, und der Hund behandelt wird, um so größer ist seine Überlebenschance.

Der Hund kann sich nicht nur durch Kontakt mit anderen Hunden anstecken. Gefahr droht auch bei einem Waldspaziergang, weil z.B. Marder, Wiesel und Frettchen die Krankheit übertragen können.

Die Ansteckung erfolgt über die Ausscheidung aller See- und Exkrete. Die Aufnahme erfolgt über Nase und Mund, der Virus vermehrt sich im Lymphgewebe des Rachenraums, die Ausbreitung erfolgt im ganzen Körper über die Blutbahn und befällt die Schleimhäute des Atmungs-, Verdauungs-, Harntraktes der Haut und der Drüsen. Weiter treten bakterielle Sekundärinfektionen auf.

Der Erreger heißt: Paramyxovirus

Die Inkubationszeit beträgt 3 – 7 Tage.

Symptome der verschiedenen Verlaufsformen:

Treten etwa 1 Woche nach der Ansteckung auf.

  • Hohes Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Mattigkeit
  • geschwollene und gerötete Mandeln
  • hochrote Bindhäute
  • Anfänglich wässrig-klarem Augen- und Nasenausfluss
  • Im weiteren Verlauf dann zähflüssigeitrig

Dieser Ausfluss ist in höchstem Maß ansteckend. Entweder unmittelbar anschließend, oder nach einer fieberfreien Phase der scheinbaren Erholung, können weitere Krankheitssymptome auftreten.

Verlaufsform Atmungstrakt:

  • Husten
  • Niesen
  • Atembeschwerden
  • LaryngitisTracheitis
  • Bronchitis
  • Bronchopneumonie (Lungenentzündung)
  • Keratitidien, trockenes Auge
  • Verlaufsform Verdauungstrakt: Erbrechen
  • wässrig bis blutiger Durchfall (Darmform der Staupe).

Die Verlaufsformen können variieren.

Die nervöse Form kann gleichzeitig oder nach der katarrhalischen Form auftreten.

Die Symptome sind:

  • Schwäche der Gliedmassen
  • schlaffe Lähmungen
  • Krämpfe
  • Staupe-„Tic“
  • Zittern
  • Manegebewegungen
  • unkoordinierter Gang
  • psychische Veränderungen

Dabei verursacht das Staupevirus Schädigungen am Gehirn. Der Schweregrad der verschiedenen Formen kann variieren. Die “nervöse” Form endet jedoch praktisch immer tödlich bzw. erfordert, dass der Hund aus tierschützerischen Gründen eingeschläfert werden muss.

Therapie:

Immunglobuline, Infusionen, Antibiotika. Je nach Verlaufsform (Atmungstrakt) auch schleimlösende Präparate, Augen und Nasentropfen. Um so schneller die Behandlung beginnt um so günstiger die Prognosen!


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