Demodikose

Demodikose ist eine Hautinfektion die durch den Befall von Haarbalgmilben entsteht. Die Demodex-Milbe wird von der Hündin in den ersten 2-3 Lebenstagen auf die Welpen übertragen. Nur wenige dieser Welpen entwickeln später eine Demodikose. Für die Ansteckung sind noch andere begünstigende Faktoren nötig, damit diese Hauterkrankung ausbricht. Welpen die z.B. durch Kaiserschnitt geboren,- oder ohne Mutter aufgezogen,- wurden, sind milbenfrei. Bei diesen Hunden, ist eine spätere Ansteckung eher unwahrscheinlich. Auch bei anderen Tierarten und Menschen ist eine Übertragung und Ansteckung der Demodex-Milbe durch den Hund ausgeschlossen.

Grundsätzlich sind Demodex Milben in einer eher geringen Anzahl in Haarfollikeln bei fast allen Hunden zu finden, ohne das ein Krankheitsbild entsteht. Ausschlaggebend hierfür ist ein stabiles Immunsystem.

Es gibt zwei Formen der Demodikose: Die lokalisierte Form und die generalisierte Form.

Deshalb sind meist von der lokalen Form eher junge Hunde betroffen, dessen Immunsystem noch nicht genügend entwickelt ist. Das Krankheitsbild kann durch Veränderungen wie Besitzer,- oder Umgebungswechsel, Stress, Krankheiten, Medikamente, Läufigkeit, Geburt, Wurmbefall, Fehlernährung, aber auch bei alten Hunden mit geschwächten Immunsystem, entstehen. Wenn das Krankheitsbild ohne diese Faktoren ausbricht, ist davon auszugehen, daß die vererbt wurde. In diesen Fällen wird eine rezessive Vererbung vermutet, durch die eine spezifische Abwehrschwäche gegen diese Milben entsteht.

Symptome:

Bei der lokalen Form entsteht ein begrenzter Haarverlust meist an Kopf, Lefze, Augenlider oder Vorderbeinen.
Bei der generalisierten Form sind die Symptome über den ganzen Körper, wie Haarverlust und starke Schuppung, verteilt. In vielen Fällen entwickelt sich zudem eine bakteriell bedingte Entzündung der Haarfollikel. Diese kann zu nässender, eitriger, schmerzhafter Entzündung mit Juckreiz, Hautverdickung und Krustenbildung führen. Durch die entzündete und infizierte Haut bildet sich ein ideales Klima für die Demodex-Milben, die sich hierdurch noch besser vermehren können. Auch können besonders hartnäckig die Pfoten befallen sein.

Diagnose:

Durch das entnommene Hautgeschabsel sind die Milben zu erkennen. Dies wird von den oberen Hautschichten mit einem Spatel oder scharfen Löffel entnommen und unter dem Mikroskop bestimmt. In bestimmten Fällen bei Hunden mit sehr tief liegenden Haarfollikeln kann es aber auch nötig sein eine Hautbiopsie zur Diagnose, durchzuführen. Hierbei werden mehrere kleine Hautstücke chirurgisch entnommen und histologisch untersucht.

Therapie:

Beide Krankheitsformen werden unterschiedlich behandelt. Bei der lokal auftretenden Demodikose an Kopf, Lefze, Augenlider oder Vorderbeinen, ist in den meisten Fällen keine Behandlung oder Therapie nötig. Bei diesen Hunden findet in der Regel ein Selbstheilungsprozess statt. Die betroffenen Stellen heilen meist innerhalb von 8-12 Wochen ab. Hierbei beschränkt sich die Therapie nur auf die Kontrolle der sekundären Infektionen, mit den betroffenen Hautregionen. Aus der lokalen Form kann in seltenen Fällen eine generalisierte Form entstehen. Die generalisierte Demodikose wird in der Regel mit antiparasitären Lösungen und Shampoos, die über den ganzen Körper verteilt werden behandelt. Alternativ gibt es Lösungen oder Tabletten, die eingegeben werden können sowie Spot-ons. Die Therapie muss in der Regel mehrere Monate fortgesetzt werden. Wir therapieren zwei Monate über die Heilung des Patienten hinaus. Eine verfrühte Einstellung der Therapie führt häufig zu Rückfällen.

Prognose:

Die lokale Demodikose heilt meist ohne Probleme, mit Ausnahme bei einer Infektion der Pfoten, ab. Diese müssen wie bei der generalisierten Demodikose behandelt werden. Die meisten Hunde mit generalisierter Demodikose werden durch die Therapie geheilt. Bei wenigen Hunden kann es durch die Therapie zur klinischen Besserung kommen, aber so lange mikroskopisch Milben gefunden werden kann es zu sofortigen Rückfällen nach Ende der Behandlung kommen. In diesen Fällen ist eine Dauertherapie indiziert.

Profilaxe:

Es ist davon auszugehen, dass Hunde die an der generalisierten Demodikose erkranken, diese Disposition an die Welpen weiter vererben. Aus medizinischen und ethischen Gründen sollten diese Hunde deshalb von der Zucht ausgeschlossen werden. Bei Welpen die an lokaler Demodikose erkrankt waren, aber vollständig geheilt sind und bei denen die Demodikose im späteren Leben nie wieder aufgetreten ist, besteht kein erhöhtes Risiko an einer generalisierten Demodikose zu erkranken.

Weitere Informationen: Prof. Müller vet. med. Uni-München Dermatologie


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