Welcher Hund aus dem Tierheim/Tierschutz passt zu mir?

Einen Hund, nämlich ein neues Familienmitglied, kann man nicht aus einem “Katalog” bestellen! Es gibt in ihrer Umgebung oder Stadt jede Menge Tierheime in denen Hunde auf einen neuen und liebevollen Menschen warten und ein neues zu Hause suchen. Geben Sie ihnen eine Chance! 

  1. Erkundigen Sie sich beim Pfleger, wie alt der Hund ist, wie lange er sich schon im Tierheim aufhält und wie viele Vorbesitzer er hatte. Versuchen Sie so viel wie möglich, wenn möglich, zu erfahren, auch ob und welche Krankheiten er hat, die vielleicht weiter behandelt werden müssen.
  2. Nicht alles was auf dem Schild, an der Box im Tierheim, steht – stimmt! Beobachten Sie den Hund und erkundigen Sie sich auch danach ob und welche Eigenarten der Hund hat. Gehen Sie mit dem Hund erst einige Male spazieren und beobachten Sie, wie er sich in verschiedenen Situationen und gegenüber Umweltreizen verhält. Und: Lernen Sie sich erst einmal kennen! Entscheidend ist auch, dass die “Chemie” zwischen Ihnen und dem Hund stimmt, und was der Hund bei ihnen tun soll.
  3. Alte Menschen sollten sich für ältere Hunde entscheiden! Die bereits Erfahrung im Umgang mit Menschen haben und nicht wie junge Hunde, ungestüm und wild sind, auch weil sie wie junge Menschen ebenfalls, einfach neugierig sind und lernen wollen. Der Hund sollte zu den Bedürfnissen und Gewohnheiten des Menschen passen.
  4. Leider werden Hunde oft nach 2 oder 4 Wochen Aufenthalt in dem neuen zu Hause, wieder ins Tierheim zurückgebracht. Bedenken Sie, dass ein Hund, dem dies ein paar Mal passiert, nicht nur seelisch leidet, verstört und verhaltensauffällig werden kann. Hunde die dies erfahren haben, sitzen anschliessend meist ein Leben lang im Tierheim. Für einen Hund der eigentlich zu Menschen Vertrauen entwickeln und gewinnen soll, hat dies fatale Folgen. Der Mensch muss und sollte sich das Vertrauen des Hundes erarbeiten und nicht umgekehrt! Überlegen Sie sich also genau, wenn Sie sich für einen Hund entschieden haben, ob Sie ihn dann auch behalten wollen.
  5. Es gibt schwierige Hunde, die nicht an Ersthundebesitzer abgegeben werden sollten. Für diese Hunde ist sehr viel Erfahrung und Geduld erforderlich. Aber jeder Hund kann bei einem verständnisvollen und geduldigen neuen Hundebesitzer lernen! Vor allem dann wenn der Hund feststellt, daß er geliebt wird.
  6. Beobachten sie Ihren neuen Hund. Über sein Verhalten in verschiedenen Situationen, erfahren sie seine Gewohnheiten, was er kann und auch wovor er vielleicht Angst hat. Entweder weil er dies nicht gelernt oder nie erfahren hat. Wenn ein Hund vor etwas Angst hat, bedeutet es nicht immer, dass er geschlagen wurde. Vielleicht wurde er nicht sozialisiert und hat deshalb Angst, weil er den Umgang damit nicht kennt.
  7. Straßenhunde haben meist ein gutes Sozialverhalten gegenüber anderen Hunden, haben aber im Umgang mit Menschen keine oder negative Erfahrungen gemacht. Für einen Hund der vielleicht irgend wo auf dem Land lebte und keine Autos oder Verkehr kennen lernte, bedeutet eine laute Großstadt und der Straßenverkehr – Stress pur! Zwar wird er sich vielleicht durch langes Training daran gewöhnen, sich dort aber nie wirklich wohl fühlen.
  8. Straßenhunde die herrenlos auf der “Strasse” lebten, haben gelernt sich ihr Fressen selbst zu besorgen. Entweder durch Essensreste, die Stellen kennen die Hunde sehr genau oder über Beute wie Mäuse oder Kaninchen die sie gelernt haben zu jagen, um zu überleben. Ein Hund der dies einmal oder von klein an erlernt hat, wird dieses Verhalten nicht wieder ablegen. Für ihn war dies arterhaltend. Einen solchen Hund deshalb ein Leben lang, von einem freien Leben draußen das er gewohnt war, vielleicht an eine lange Leine oder Flexi-Leine zu hängen ist nicht artgemäß – eher tierschutzrelevant.  Solche Hunde wissen übrigens genau, was eine Ersatz-Beute und was Lebend-Beute ist und interessieren sich vielleicht deshalb nicht sehr oder mit wenig Begeisterung für ein Apportier-Training.
  9. Wenn ein Hund in eine Familie mit Kindern soll, wird er im Umgang mit Kindern nur dann keine Probleme haben, wenn er von klein an Kinder gewohnt war oder mit ihnen lebte. Hunde sind allerdings sehr anpassungsfähig und wissen meist was die Menschen von ihnen wollen. Es gibt auch Hunde die im Umgang mit Kindern deshalb Probleme haben, weil sie vielleicht von Kindern geärgert wurden und die Eltern es versäumten den Kindern den richtigen Umgang mit einem Hund beizubringen. Hunde die mit Kindern leben, sollten immer die Möglichkeit haben sich zurückziehen zu können.
  10. Der Hund sollte sich zunächst ca. 14 Tage bei Ihnen und seinem neuen Zuhause eingewöhnen. Der Hund muss erst einmal ihren Lebens-Rythmus und ihre Gewohnheiten kennen lernen, denen er sich anpassen soll und Sie seine. Erst dann sollten Sie entscheiden ob Sie Hilfe und Anleitung durch einen kompetenten und verständnisvollen Trainer überhaupt benötigen! Was soll der Hund tun und was stört sie? Meist sind die Ursachen hierfür zu geringe Geduld. Beobachten sie ihren Hund, er versteht was sie wollen und lernen sie von ihm.
  11. Geben Sie ihm eine Chance! Mit viel Liebe und Geduld lernen selbst schwierige Hunde, dass sie dem Menschen vertrauen können und geben die Liebe die sie erfahren, um ein Vielfaches zurück!

Sehen Sie auch: Welche Vorbereitungen sind zu treffen!

http://www.youtube.com/watch?v=N5fe1jlJSWs&feature=fvst

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